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01.01.1900 |

Klaudius Harsch stürmt an die Spitze der deutschen Curler

Am vergangenen Wochenende kämpften fünf kombinierte Mannschaften aus dem Norden und Süden der Republik gegen drei reine Vereinsteams aus Rastatt,  Schwenningen und Konstanz um den Deutschen Meistertitel der Herren im Curling auf dem Baden-Airpark in Rheinmünster/Hügelsheim.
Unter dem verantwortlichen Bundestrainer Ulli Kapp und seiner Kollegin vom DCV, Manon Harsch, entwickelten sich an den drei Tagen interessante und zum Teil hervorragende sowie spannende Spiele, die auch zu überraschenden Ergebnissen führten.
In der Gruppe A konnte sich neben dem Favoritenteam um Marc Muskatewitz (Teilnehmer der letzten WM) noch die einheimische Mannschaft um Skip Manuel Walter gegen Konstanz und einer SG aus Geising, Füssen und Erfurt durchsetzen und für die Play-Offs qualifizieren. In Gruppe B musste sich überraschend Altmeister Uli Sutor aus Füssen unter anderem mit Jan-Lucca Haag von Baden Hills sowohl dem Team BHGCC/CC Hamburg um Skip Klaudius Harsch als auch Sebastian Schweizer mit seinen Schwenninger Curlern geschlagen geben, wobei das Spiel gegen Harsch ein Curling-Leckerbissen für die anwesenden Besucher und Aktive darstellte.

Am Samstag Nachmittag und am Abend fanden dann die Platzierungsspiele für Platz fünf bis Platz acht sowie der Plätze eins bis vier statt, woraus sich dann die Finalspiele für Platz Eins und Drei ergaben. Den fünften Platz sicherte sich Konstanz mit Skip Trevisiol mit seinem Team vor der SG um Skip Knohl und Uli Sutor. Den achten und letzten Rang nahmen die Jugendlichen von Baden Hills um Marcel Lauer ein, die zum Teil aus Krankheitsgründen auf ein bzw. zwei Spieler verzichten mussten, sich aber noch recht ordentlich aus der Affaire zogen. Den Einzug ins Finale sicherte sich Team Muskatewitz mit einem ungefährdeten 8:2 gegen Schwenningen und ebenso überzeugend mit 9:3 konnte Harsch seine Vereinskameraden um Manuel Walter die Grenzen aufzeigen.

Im Spiel um Platz Drei trafen mit Manuel Walter und Sebastian Schweizer zwei Skips aufeinander, die noch vor zwei Jahren zusammen mit Alexander Baumann und Marc Muskatewitz das Gerippe der Deutschen Nationalmannschaft bildeten. Diese Spiel war von Beginn an hart umkämpft und endete erst im elften und somit Extra-End mit einem Stein mehr für das Rastatter Team, bei dem neben Walter noch Georg Peter, Max Heling, Roger Huckle und Christian Unterstab auf dem Eis standen.
Im Spiel um Platz Eins ging es nicht nur um den Titel des Deutschen Meisters, sondern auch darum, ob die bereits für die WM benannte Mannschaft dem Ansturm des gerade erst neunzehn Jahre alt gewordenen Klaudius Harsch mit seinem No-Name-Team aus Hamburg standhalten kann. Das Endspiel stand im Licht zweier unterschiedlichen Hälften. Sehr aggressiv startete das favorisierte Team in das Finale, was nach Ansicht der Teamleitung des Gegners zu einem 5er Haus und somit zu einem sicheren Zwischenstand nach vier Ends von 7:1 führte. Nach Halbzeit schien den Hamburgern um Harsch und auch ihm die Puste auszugehen, denn nach sieben Ends stand es nur noch 7:6 für den Außenseiter. Die vier vorausgegangenen Spiele schienen zu viel Kraft gekostet zu haben, so dass das eingespielte Team die Oberhand gewann. Aber so schnell ließen sich die Hamburger Jungs nicht die Butter vom Brot nehmen. Ein Stein im achten End gab wieder etwas Sicherheit, zumal man davon ausgehen musste, dass man im 10. und letzten End den Hammer hat. Und so kam es auch, Muskatewitz konnte im 9. End nur einen Stein schreiben und im finalen End keinen Stein stehlen, so dass es zum knappen Endstand von 8:7 kam. Damit war die Überraschung perfekt, was auch Bundestrainer Ulli Kapp mit etwas Erstaunen feststellen musste. Harsch zur Seite standen Florian Römer (lead), Axel Detert (second) und Jannes Noack (third).
Die Leistungen von Harsch, nicht nur bei dieser Meisterschaft, veranlassten die Verantwortlichen beim DCV, ihn bei der WM der A-Junioren in Krasnojarsk/ Russland kommende Woche als Spare mitzunehmen. Auch bei der Herren-WM
in Glasgow in diesem Jahr, könnte er noch zum Einsatz kommen, sofern die DCV Spitze sich dazu durchringt. Auf Grund der gezeigten souveränen Leistung bei dieser Meisterschaft, so Kapp, könne er sich einen Einsatz von Harsch ganz gut vorstellen.  
Erstmals zum Einsatz als WCF-Schiedsrichterin kam Anja Huckle, Mitglied des BHGCC und einzigste Fachfrau auf diesem Gebiet in Deutschland, die die Junioren zusammen mit Eismeister Jo Fritz von Rastatter Seite nach Russland begleiten wird.

 

„Das Siegerteam mit dem Wander-Pokal des Deutschen-Curling-Verbandes mit v.li.Manon Harsch, Klaudius Harsch, Axel Detert, Florian Römer, Jannes Noack und Bundestrainer Ulli Kapp“

 

„In Reih und Glied warten auf den Skipstein“


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