Eisstocksport – ein Sport mit langer Tradition

Der Eisstocksport hat in Baden-Württemberg eine lange Tradition. Es gibt bei uns etliche Vereine, die 25 Jahre alt und älter sind. Der Eisstocksport ist natürlich viel älter. So wurde er bereits in einem Gemälde im Jahre 1565 festgehalten. Und bereits 1936 war bei den Olympischen Spielen das «Eisschießen» ein Vorführwettbewerb. Aber man muß bedenken, daß bis in die 50er Jahre diese Sportart nur in Bayern und den Alpenländern betrieben wurde und erst nach und nach in den anderen Bundesländern seine Anhänger fand, hauptsächlich bedingt durch die Zuwanderung aus Bayern.

Die Fachsparte Eisstocksport im EBW besteht derzeit aus 35 Vereinen und 1353 Mitgliedern, von denen ca. 750 sportlich mehr oder weniger aktiv sind.

Sportlich ist Baden-Württemberg in drei Bezirke aufgeteilt. Es sind dies der Bezirk Süd, vom Raum Bodensee, der Schweizer Grenze bis in die Achse Ulm / Baden-Baden. Der Bezirk Mitte, der an den Süden anschließt und sich nach Osten bis zur Bundesland-Grenze erstreckt und nördlich bis zum Raum Heilbronn reicht. Daran schließt sich der Bezirk Nord an, der bis zur nördlichen Landesgrenze geht. Diese Bezirke sind sportlich eigenständig und werden jeweils von den entsprechenden Bezirksobleuten betreut. Im Laufe der Jahre wurde der Sportbetrieb soweit ausgefeilt, dass eine Mannschaft bei entsprechendem Können die Möglichkeit hat, sich von der untersten Klasse (Bezirksliga) bis zur Deutschen Meisterschaft zu qualifizieren.

Grundsätzlich unterscheidet man in die Wintersaison (auf Eis) sowie die Sommersaison (auf Sommerstockbahnen). In der Sommersaison gibt es nur eine Pokalrunde für Damen- und Herrenmannschaften sowie in den Bezirken jeweils Zielwettbewerbe, da es seitens des Deutschen Eisstock-Verbandes keine Meisterschaften gibt. Diese sind der Wintersaison vorbehalten, in der es eine Ligarunde, eine Pokalrunde und die Zielwettbewerbe gibt, sowohl für Damen, Herren und auch Mixed-Mannschaften. Der Spielbetrieb beginnt bei den Bezirksligen und den Bezirkspokalen. Von hier aus steigt jeweils eine bestimmte Anzahl Mannschaften in die Region Südwest (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland) auf und kann sich dabei für die Deutsche Meisterschaft, bzw. die Deutschen Pokale qualifizieren. Im Zielwettbewerb verläuft es analog, allerdings nur als Liga. In der Region werden auch die Teilnehmer zu den Deutschen Weitenwettbewerben ermittelt. Das Interesse ist zur Zeit jedoch nicht so groß, dass die unteren Ligen besetzt werden müssten.

Natürlich gibt es sowohl in der Wintersaison wie auch in der Sommersaison zahlreiche Freundschaftsturniere, so dass jeder Spieler bzw. jede Spielerin Gelegenheit hat, diese Sportart auszuführen, nach eigenem Gutdünken mehr oder weniger aktiv. Es kommt jeweils darauf an, welche Ziele sich ein Sportler oder eine Sportlerin gesetzt hat. Denn so schön diese Sportart ist, so ist es doch ein langwieriger Prozeß, um eine solche Vollkommenheit zu erlangen, dass man in den oberen Ligen eine gewisse Rolle spielen kann.

Die Faszination des Eisstocksports beruht auf einem freundschaftlichen, geselligen Verhältnis untereinander, ob Jung oder Alt, ob Damen oder Herren. Wir sind alle eine große Familie.



Herbert Maurer
Fachsparte Eisstocksport